Rebsorten

Blauer Portugieser

Der Portugieser führt in der Pfalz die Rotweinsorten an. Die Weine sind vergleichsweise mild und duftig, mundig und süffig. Die Farbe ist rubinrot. Portugieser Weißherbste haben als bekömmliche Schoppenweine in den letzten Jahren auf den pfälzischen Weinfesten eine bemerkenswerte Karriere gemacht. "Unverdünnt" haben solche Weißherbste nicht nur in der Farbe, sondern auch im Geschmack viel von der Zartheit frühlingsfrisch aufgeblühter Mandeln, die zu Hunderten die Deutsche Weinstraße säumen. Als rote Tischweine sind gehaltvolle Portugieser wohlgeeignet zu kräftigen weißen Fleischgerichten, aber auch zu Wild mit eher schweren Saucen.


Dornfelder

Der Dornfelder ist die erfolgreichste Rotweinsorte in der Pfalz. Die tief rubinroten, kräftigen Weine werden nicht zuletzt wegen ihrer südländischen Note geschätzt. August Herold (1902-1973) kreuzte die Sorte 1955 in Lauffen (Weinsberg) aus Helfensteiner x Heroldrebe. Nach 1975 verbreitete sie sich in den deutschen Weinbaugebieten, wobei sie eindeutig eine pflälzische Domäne ist. Abgeleitet wurde der Name vom Weinbaufachmann Imanuel Dornfeld (1796-1869) aus Weinsberg. Die markante Art macht den Dornfelder zum interessanten Partner von kräftigen Braten, Wild und aromatischen Käse.


Blauer Spätburgunder

Der Spätburgunder gilt als eine der besten Rotweinreben. Die Burgunderfamilie gehört wohl zu den am frühesten aus den Wildreben im westlichen Mitteleuropa ausgelesenen Sorten. Karl III. der Dicke (839-888) brachte die Sorte 884 nach Bodam am Bodensee. Ein gemeinsames klares Profil haben die Weine dieser Sorte nicht; denn es werden eigentlich drei verschiedene Geschmacksideale angestrebt; der jugendliche, fruchtige und säurebetonte Typ; der entwickelte, zarte, eher runde und weniger Säurebetonte Typ; und die im Holzfaß abgelagerte Variante mit Vanille-Zimt-Anklängen (Barrique). Entsprechend unterschiedlich ist die Eignung dieser Sorte zu verschiedenen Gerichten. Gute Kombinationsmöglichkeiten zu Spätburgunder Weißherbsten bieten Vorspeisen und kräftig gewürztes weißes Fleisch. Spätburgunder Rotweine eignen sich zu kräftigen Braten und Wildgerichten.


Saint Laurent

Der St. Laurent gehört zu den fruchtigen Rotweinsorten und erfreut sich erst seit kurzem weiterer Verbreitung in Deutschland. Ein farblich dunkler Rotwein der qualitativ bei Spätburgunder einzustufen ist. Nach Deutschland kam die Sorte durch einen Winzer nähe des nordwestlichen Mühlhausen (Elsass). Wo in Frankreich die Heimat des St. Laurent zu suchen ist läst sich nicht klären. Die Versuchung ist groß, diese in Saint Laurent, einem Weinbauort im Haut Médoc bei Bordeaux, anzunehmen. Dafür gibt es aber außer dem Namen keine Anhaltspunkte, da die Sorte dort noch nie angebaut wurde. Wahrscheinlich bezieht sich der Name auf dem Kalenderheiligen St. Laurentius - St. Lorenztag (August). Was auch mit der frühen Reife der Traube in Verbindung gebracht werden kann.


Merlot

Der Merlot gehört zu den bekanntesten internationalen Rebsorten. Das Hauptanbaugebiet liegt in Frankreich, insbesondere im Bordeauxgebiet, des weiteren wird er zu Beispiel sowohl in der Schweiz, Argentinien, Chile, Norditalien, als auch in Deutschland angebaut. Die Fläche in den deutschen Anbaugebieten, die vor allem in der Pfalz zu finden sind in nicht besonders groß. Die Merlottrauben bis zu einem Mostgewicht von um die 100°Oe heran und lassen fruchtige, körperreiche Rotweine entstehen der mit seinem südländischen Charme und feinen Noten von grüner Paprika und Brombeeren lockt. Die Bezeichnung "Merlot" kommt im Übrigen von Merle, eine kleine Amsel. So soll auf die Vorliebe der Amsel für diese frühreife Sorte hingewiesen werden.


Regent

Der Regent ist eine relativ junge Rebsorte und wurde 1995 für den regulären Anbau zugelassen. Gezüchtet wurde diese farbintensive Rotweinsorte im Institut für Rebenzüchtung Geilweilerhof in Siebeldingen in der Pfalz. Aus dieser Sorte entstehen kräftige und farbintensive Rotweine von hoher Qualität. Zudem besitzt Regent die Eigenschaft, dass er gegenüber dem falschen und echten Mehltau Resistenzen aufweist. Daher können die Pflanzenschutzmaßnahmen in diesen Weinbergen auf ein Minimum reduziert werden.


Riesling

Der Riesling ist zweifellos die wichtigste Rebsorte der Pfalz.Sie gehörte schon im 17. und 18. Jahrhundert zu den von den Landesherren empfohlenen Sorten (Bischöfe von Speyer, Kurfürsten der Pfalz, Grafen von Leiningen). Der "König der deutschen Weißweine" wurde nach Ansicht vieler Ampelographen aus Wildreben des pfälzischen Auwaldes ausgelesen. Rieslingweine bestechen durch feine Frucht und Rasse. Nicht der Alkohlgehalt, sondern die fruchtige, erfrischende Säure, die ihm die anregende, elegante, spritzige Art gibt, macht ihn so begehrt. Als Sektgrundweine sind sie unübertroffen. Rieslinge aus der Pfalz eignen sich gut zu Fischgerichten, Krustentieren, Huhn und vor allem zu allen delikaten, cremigen Sahnesaucen. Ältere Weine oder trockene Spätlesen bestehen aber auch neben kräftigen Speisen.


Müller-Thurgau (Rivaner)



Der Müller-Thurgau auch als Rivaner bekannt, findet - gerade bei jungen Leuten derzeit immer mehr Freunde. Müller-Thurgau-Weine sind leicht, mild ausgewogen und heiter. Das fruchtige Bukett läßt sich zuweilen einen zarten Muskatton anklingen. Professor Hermann Müller aus dem Schweizer Kanton Thurgau (1850 - 1927) kreuzte diese Sorte 1882 in Geisenheim. Der Müller-Thurgau verbindet die Milde des Silvaners mit der Blume des Rieslings. Als eher sanfter Begleiter zu leichten Speisen ist er ebenso beliebt wie als angenehmer Durstlöscher. Er sollte frisch und jung, eventuell zu leichten neutralen oder zart - aromatischen Speisen, getrunken werden.


Kerner



Der runde und saftige Kerner war einst die wohl erfolgreichste unter den noch jungen Weißweinsorten. Von Frucht und Geschmack her ähnelt der Kerner dem Riesling - mitunter erinnert er auch an den saftigen Silvaner. Die Kernerrebe bringt, mit ihrem leichten nussigen Muskatton frische und süffige Kredenzen hervor, bekömmliche Zechweine und Gewächse, die ideal zu Kalb und Schwein, Lamm und ausdrucksvollen Käsesorten harmonieren. Gekreuzt von August Herold (1902 - 1973) 1929 in Laufen aus Trollinger x Riesling, bekam sie ihren Namen nach dem Arzt, Heimatdichter und Weinfreund Justus Kerner (1787 - 1862) aus Weinsberg.


Grauer Burgunder

Der Graue Burgunder oder Ruländer bringt eine breite Palette von Gewächsen, die von körperreichen, vollen eher molligen bis zum markanten, eher schlanken Typ reicht. Ruländer gehören zu den Spitzengewächsen, insbesondere die Spätlesen und Auslese. Sie sind vor allem bei Weintrinkern beliebt, die keine säurereiche, sondern saftige kompakte, weiche Weine mögen. Der Pfälzer Apotheker Johann Seeger Ruland hat diese Rebsorte 1711 in einem verwilderten Garten in Speyer gefunden, verbreitet und ihr auch den Namen gegeben.Edelsüß macht sich der Graue Burgunder gut als Aperitif oder Dessertwein.Trocken und elegant paßt er mit seinem zarten Bukett zu verschiedenen Braten und - als Spätlese auch zu Wildgerichten.


Gewürztraminer

Der Gewürztraminer gehört zu den traditionsreichen Rebsorten, die vor Hunderten von Jahren schon die Kurfürsten der Pfalz zum Anbau empfahlen. Der rund 400jährige Traminerweinberg im südpfälzischen Rhodt unter derRietburg gilt als einzigartiges Denkmal der Weinkultur.In den Verordnungen der Landesherren gehörte er mit dem Riesling und später dem Ruländer immer zu den empfohlenen Rebsorten (Bischöfe von Speyer, Kurfürsten der Pfalz, Grafen von Leinigen). Hochreif ein sehr kräftiger, fruchtiger, würziger weniger von Säure geprägter Wein, mit einem aromatische Rosenduft. Diese bukettreiche Rebsorte empfiehlt sich gut zu Geflügel und würzigen Braten; edelsüß ist sie ein beliebter Aperitif. Gewürztraminer und Käse bieten viele reizvolle Kombinationsmöglichkeiten.


Ortega

Man kann von dem Wein ein feines Bukett und harmonische Fülle erwarten. Da er als lagerfähig gilt, baut er durch seine Flaschenreife seine Vorzüge noch aus. Hans Breider (1908 - 1960) kreuzte diese Sorte 1948 in Würzburg aus Müller-Thurgau x Siegerrebe. Sie verbreitete sich nach 1970 als frühreifende, bei später Ernte hochwertige Weine bringende Sorte. Seinen Namen hat sie von dem spanischen Philosophen, Dichter und Weinfreund José Ortega y Gasset 1883 - 1955). Diese Rebe bringt fruchtige Beerenauslesen hervor, die edelsüß als aromatischer Aperitif oder zum Nachtisch gereit werden können.


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